Popout

7". Juli 2001. Genesungswerk gw14.

So eine Art Galeere/Galerie ist die Rockmusik, deshalb auch die für [multer] typische, aber untypisch realisierte darke Stimmung aus Tropenurlaub-Seemannsgarn und rollenden Beats, Gitarrenfieber und tragischem Malaria-Orgel-Sumpf. Postrock für Valiumschock. (de:bug)
Vorderseite "Popout"
Rückseite "Popout"

A1 Einigen wir uns auf...
B2 Aguirre



Alle mp3s in einer Bitrate von 128 kBit/s.


[multer] - Einigen wir uns auf...



[multer] - Aguirre





Reviews

Bereits 1999 aufgenommen, wird hier rückwärts gearbeit. Nachdem das kleine Genesungswerk-Label im letzten Jahr aktuelle äusserst geräuschhafte experimentell dronende Nummern von [multer] veröffentlicht hatte, kommt mit diesen zwei Nummern das poppige Frühwerk, faszinierend schlichter, aber keineswegs grob gestrickter trockener Synthie-Pop in Frühachtziger-Tradition, was in diesem Fall auf der einen Seite an Dome (den dereinst obskuren Wire-Nachfolger), auf der anderen an Holger Hiller anknüpft. (Testcard)

Die Dortmunder Multer arbeiten unkonventionell in Synthesizer/Beat-noise/Gitarre-Besetzung. Da ist vieles möglich, auch fast schon wieder konventionelle Alternativ Pop-Versatzstücke. Wäre der Text bei 'Einigen wir uns auf' tatsächlich ein Text und kein immer wieder eingestreutes Fragment, so wie das Fazit kein 'Verstärkerlärm', dann hätte das Ganze möglicherweise seinen Platz im Nachmittagsairplay gefunden, anstatt auf einer 7'' mit einer 200er Auflage für Liebhaber. 'Aguirre' andererseits wirkt noch ausgearbeiteter. Ein an sich trauriger gesampleter Text wird mit oberflächlich wirkender Melancholie untermalt und erzielt somit den beabsichtigten Heimkino-für's-Gehör-Effekt. Fazit. Ein Fall von "wir könnten ja, wenn wir wollten, aber..." (bad alchemy)

Vier Jahre ist das [multer]-Album 'Däghallmy' nun schon alt und es ist noch immer keine Erlösung in Sicht. Die Dortmunder Soundästheten nehmen es wohl sehr genau und überlegen sich jeden Schritt ewig. Bei der Langsamkeit der [multer]schen Klangwellen verständlich. Doch vor zwei Jahren liefen die Uhren anders. Da gab es nämlich einen Schlagzeuger, der die Herren das Rocken lehrte. Auch wenn hier vieles offensichtlicher erscheint, fand man doch einen Ausweg: Popout eben. (Westzeit)

[multer] is a German band of whom we reviewed music before. That was always quite recent stuff, but here they present material from 1999. Two tracks in a more rock-pop format. Side A has a slow tempo with melancholic strings out of a box, a voice sample, drums and howling guitars. Nice piece, with nice changes. The B-side is even slower and more melancholic and contains the same elements. But for me it's a lesser piece, since it drags on a bit too much, without too many changes. (vital weekly)